buhs Montagsreport: Send me a postcard
Released by matroid on Mo. 12. Oktober 2009 22:23:00 [Statistics]
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Bildung

\(\begingroup\) Riesenlogo Send me a postcard Emails auf die Halde! Am Schreibtisch. Ich hatte den Mailtext fertig: Liebe liebe Wünsche zum x-zigsten Wiegenfeste, erdenklich Bestes für die Zukunft und natürlich Postkartenwetter zur Party im Garten. Ähh, Postkartenwetter?? Seit wann gibt’s denn so was? Es gibt bis heute keine Emailsonne, keine SMS-Flut (na ja, die gibt es wohl doch, aber wer mag das denn?), aber es gibt Postkartenwetter?? Ja. Unbedingt. Gut, ich geb’s ja zu: Es ist alle schon so lange her, dass sich die meisten von euch nicht mehr so erinnern können wie ich. Es war aber auch eine schwere Zeit, damals vor...

... 140 Jahren: Niemand hatte mir ein Handy vermacht, mein Computer lag noch als Erz unter dem Rasen. Wenigstens hatte ich schreiben gelernt. Allerdings: Briefe fand ich schweinaltmodisch, sie sahen immer so schwülstig aus und mussten soooo lang sein. Und ich wollte doch nur: "Ich liebe dich!" (oder so ähnlich) mitteilen. Daher erfand ich den einseitigen offenen Brief, dessen Korrespondenz zu der auf der Rückseite vermerkten Adresse getragen wurde. Von den Jungs von der Post. Die konnten das. Damals. War ja auch nicht schlimm, dass alle mitlesen konnten*, ich hätte, wäre mein Stift lang genug gewesen, "Ich liebe dich!" auch an den Himmel geschrieben. So aber erfand ich die Postkarte****. Knappe 16 Jahre später kam mir die Idee, die Karte mit einem lithographierten Bilde auf der FrontPage zu versehen und den Empfänger rechts auf der Rückseite zu benennen. Das nahm zwar Platz weg (Fasse dich kurz!**), sah aber viel schöner aus. Seitdem versenden jährlich Millionen Menschen Postkarten mit Bildern; die Bayern erfanden den blauen Himmel über schneeweißen Bergen, den man als Werbeartikel postalisch (übrigens mehrmals täglich zugestellt (1900)) um die Welt jagen konnte, auf das noch mehr Menschen nach Bayern kommen, um noch mehr Postkarten mit blauem Himmel ... Ich stellte fest, dass ich gar keine Mailadresse meiner Nebengroßenkelnichte besaß, und löschte die Mail.
Riesenlogo
Ich ging nach unten und kaufte eine schöne Postkarte mit Landmotiven, beschrieb sie mit einem altmodischen Füller und warf sie in den Kasten. Den gelben. Von der Post***. Und mit Tintenfleck am Zeigefinger grüßt buh2k+9 *: Heute kann man ja sogar permanent mithören, was sich andere Leute zu sagen haben. Auch wenn schon alle wissen, dass Billinda gerade "Inna UHHHBAHN!" sitzt, und den Rest eben gar nicht wissen wollen. **: Direkte Folge der damaligen Aktion sind "hdgl","dvi", "cu" und "lol". ***: Dabei bewegte mich die Hoffnung, dass angesichts des weltweiten Postkartenschreib- und -beförderungsschrumpfens auf nur 4% (von 1954 zu 2008) sogar die Deutsche Post eine pünktliche Beförderung, wenn auch nicht eine sofortige, täglich mehrmals mögliche Zustellung hinkriegen wird. ****: Ein ganz kleines bisschen hab’ ich geflunkert. Wir waren zu zweit.
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"buhs Montagsreport: Send me a postcard" | 5 Comments
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Re: Send me a postcard
von: Bernhard am: Mo. 12. Oktober 2009 23:20:32
\(\begingroup\)\quoteonsogar ..die Deutsche Post eine pünktliche Beförderung, wenn auch nicht eine sofortige .. Zustellung hinkriegen wird. \quoteoff @ buh: Kann es sein, daß dieser MR ausnahmseise ebenfalls von der Post befördert wurde, die damit beinahe einen DR daraus gemacht hätte?. Übrigens: Vor der Entwicklung der dynamischen Medien und damit der Postkarte war man auf statische angewiesen. Aus dieser Zeit stammt wohl auch noch der ältere Ausdruck "Bilderbuchwetter". Merke den Unterschied: Postkartenwetter hat man auf der Reise und am Zielort, Bilderbuchwetter hat man, wenn man nicht dort ist! 😛 Nur wie nennt man das Wetter, was einem in die Reiseunternehmen anbieten? Katalogwetter 😵 Gute Reise wünscht Bernhard \(\endgroup\)
 

Re: Send me a postcard
von: Kiddycat am: Di. 13. Oktober 2009 08:35:53
\(\begingroup\)Hallo buh, ich hatte schon eine Postkarte ausgesucht und wollte grade deiner Aufforderung nachkommen, dir meinen Kommentar postalisch zukommen zu lassen*, als ich feststellen musste, dass ich deine Postadresse nicht kenne. Leider ist E-Mail- und SMS-Versand so praktisch. Man schreibt was unüberlegtes, schickt es ab, korrigiert sich nochmal, fügt Sachen dazu, die man noch vergessen hat, und der Empfänger bekommt alles in der richtigen Reihenfolge** bevor er überhaupt das nächste mal in seinen Posteingang guckt. Leider ist die Post so unzuverlässig. Ständig kommen Briefe nicht an, die Postboten, die Pakete bringen sollten, sind zu Faul die Treppen hoch zu laufen*** und wenn man nachfragt und sich beschweren möchte, dann gibt es die Postfiliale nicht mehr und man muss erst durch die Gegend fahren, bis man zu einer hinkommt. Wenn man dann da ist, muss man feststellen, dass die Leute dort nicht zuständig sind: "Nein, wir nehmen nur Pakete an!" Ich freue mich über eine Karte zum Geburtstag tausend mal mehr als über eine SMS oder eine E-Mail und ich denke, dass es anderen Leuten genauso geht. Ich bin selbst ziemlich schreibfaul, aber aus meinem letzten Urlaub habe ich trotzdem Karten verschickt und mein letzter handschriftlicher Brief ist auch nicht zu lange her. Viele Grüße, Kiddycat * Wie verlangt: "Send me a postcard" ** oder auch nicht *** ich glaube, DHL hat schon vorgefertigte grüne Karten, wo mein Name drauf steht. Ich muss jedes mal zur Poststation, selbst wenn ich den ganzen Tag zu Hause war. Und unsere Klingel ist nicht zu überhören.\(\endgroup\)
 

Re: Send me a postcard
von: buh am: Di. 13. Oktober 2009 12:39:55
\(\begingroup\)Es ist das Jahrtausend der Missverständnisse. (Thema für den nächsten Report?) Ich wollte nicht die Drei von der Deutschen Post (, der nachmaligen outgesourceten Telekom, die zu T-Com mutierte und vermutlich demnächst Wirefon heißen wird) loben! Erstens haben sie definitiv NICHT die Postkarte erfunden, sondern nur die Abholmitteilung_bei_Nichterreichbarkeit_des_Adressaten_(Format: grün)*, und zweitens ist der Hinweis "(übrigens mehrmals täglich zugestellt (1900))" im MR wohl schon deutlichste Kritik. Ich wollte auch nicht SMS verteufeln: Der Empfang von "Hdgdl komofr animiz ma bibali" entreißt auch mir Glückstränen. Ebenso lag es mir fern, Email als solches abzulehnen: Eine im 16-Farb-Druck hergestellte 64-seitige Broschüre verteilt sich emailliert wesentlich einfacher an 870 Bildungseinrichtungen (BE) als postalisch. Bei Bedarf kann die Handreichung für Schüler ja von der BE im Zweifarbdruck in hinreichender Anzahl fotokopiert werden**. Ich wollte auch nicht das große Adressentauschen befördern: Man würde hinterher, wenn das kleine Adressbuch weg ist, mehr suchen als jetzt. DAS geht übrigens auch sehr einfach mit einer SIM-Karte. Also das Verschwinden von Mailadressen etc. Es ist das Jahrtausend der Missverständnisse. Gruß von buh *: Einsatzbereich: Wird präventiv im Multiformat bei Kunden eingeworfen, denen man den Empfang von Postsendungen über 20g zutraut. **: Eventuelle partielle Nichtlesbarkeit ist der BE anzulasten.\(\endgroup\)
 

Re: Send me a postcard
von: Dixon am: Mi. 14. Oktober 2009 21:07:46
\(\begingroup\)Früher kam die Post noch mit der Kutsche, und nicht von einem zentralen Lager, sondern aus den nächsten Städten. Darum auch mehrfach. Mit der Post(kutsche) wurde früher auch gereist, jene, die sich keine Privatkutsche (samt Pferd, Kutscher und Futter 365/24) leisten konnten. Es gibt da belustigende Berichte, z.B. über einen Sandkuchen, der so schwer gewesen sein soll, daß nur Postreisende ihn essen konnten: das Gerüttel in der Kutsche sorgte fürs "Durchrutschen". Im Zeitalter von WLAN sollten oben genannte Broschürenersteller doch erreichbar sein, drahtlos reicht auch bis in die Wolken. Ich bin übrigens ein Freund der Email**, endlich kann man sogar lesen, was ich schreibe*. Grüße Dixon * Ob das immer besser ist, ist eine andere Frage... ** Freue mich aber auch über Postkarten\(\endgroup\)
 

Re: Send me a postcard
von: Bernhard am: Mi. 14. Oktober 2009 23:45:56
\(\begingroup\)@ Dixon: Heutzutage gibt es eine gewisse Rückwärtsentwicklung: * Du hörst von einem Reiseunternehmen im Hei-Teck-Fernsehen (ein Jahr alt) * Du gehst an den PC unxd sörfst nach der Firma mit DSL (auch noch keine 10 Jahre möglich) * Du mailst an die Leute. (das geht länger) * Sie rufen Dich zurück * Auf Deine Anfrage bekommst Du per Post einen Prospekt zugeschickt * Du bestellst eine Erlebnisreise per Post * Mit der Eisenbahn fährst Du los. * Am Zielort wirst Du mit einem Leiterwagen abgeholt, denn * jetzt gibt es Ferien auf dem Bauernhof! Und Du bist sogar zufrieden dabei..! Bernhard\(\endgroup\)
 

 
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